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83 Prozent für Frank Hofmann
Nominierungsversammlung der SPD in Krautheim |
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15. Nov. 2008 |
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„Ich denke, ich hab ein ehrliches Ergebnis bekommen.“ Euphorie hört sich anders an, als diese Worte, mit denen Frank Hofmann am Ende der Nominierungsversammlung am Freitagabend in Krautheim sein Wahlergebnis als Kandidat für die Bundestagswahlen 2009 kommentierte. 64 von 77 Delegierten hatten für Hofmann gestimmt. |
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83 Prozent der Delegiertenstimmen erhielt Hofmann, der als einziger Kandidat angetreten war. Fünf Delegierte enthielten sich, sieben stimmten mit Nein, eine Stimme war ungültig. „Mir ist so ein Ergebnis lieber, als beim letzten Mal“, stellte Hofmann nach der Wahl gegenüber der Main-Post fest. Vor vier Jahren wurde Hofmann noch mit 100 Prozent der Delegiertenstimmen nominiert: „Ein unrealistisches Ergebnis“, sagte Hofmann dazu. Keiner sei so gut, dass er vollkommen sei, was so ein Ergebnis unterstelle. |
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Ob das Ergebnis vom Freitag aber wirklich dem Wunsch Hofmanns entspricht das bleibt offen. In seiner knapp einstündigen Rede hatte der Bundestagsabgeordnete, seit 1994 vertritt er den Stimmkreis, für ein gutes Wahlergebnis geworben. Unterfranken sei mit insgesamt vier SPD-Mandaten in Berlin besser versorgt, als die anderen bayerischen Bezirke. |
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Hofmann ging in seiner Rede auf aktuelle Fragen und verschonte den politischen Gegner nicht, auch wenn er mit Minister Michael Glos gut zusammenarbeite, wenn es um die fränkische Region gehe. Allerdings gebe es auch Reizthemen: Ausstieg aus dem Atomausstieg („Da müssen wir Leute wie Glos in die Schranken weisen“), Finanzkrise („Einen Wirtschaftsminister, der die Ärmel aufkrempelt und zupackt, den haben wir nicht.“ Er sei „wie ein Wal im Meer, der nur ab und zu mal an der Oberfläche erscheint und dann wieder abtaucht.“) |
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Hofmanns äußerte sich auch selbstironisch: „So wie die CSU ihre Leute in letzter Zeit geköpft hat, das schaffen nicht einmal wir.“ Aber dann ging die Kritik an der bayerischen CSU weiter. Die versuche nach der Wahlniederlage in den Ausschüssen die Mehrheit zu halten mit der Folge, dass sich der Beginn der Parlaments- und Regierungsarbeit unverantwortlich verzögere. Horst Seehofers Regierungserklärung sie auf den 3. Dezember verschoben, danach reiche die Zeit gerade Mal für eine Weihnachtsfeier. |
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Schmunzeln bei Hofmann auch beim Blick auf den Präsidenten des Bayerischen Sparkassenverbands, Siegfried Naser und seinem Austritt aus der CSU, um politische Neutralität zu bekommen: „Der Siggi Naser ist ein Schwarzer mit und ohne Parteibuch.“ Dabei fällt ihm bei der Krise um die Bayerische Landesbank auf: „Huber musste gehen, die Bankenchefs nicht wer sind die Marionetten?“ |
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Mindestlohn, sinkende Sozialversicherungsbeiträge, mehr Wohngeld und Krippenplätze, die Rente mit 67 abmildern das seien nur einige der Themen, mit denen sich die Sozialdemokraten profilieren wollen. Und abgrenzen von der Linken, was gar nicht so einfach ist, wie die kurze Diskussion im Anschluss an Hofmanns Ausführungen zeigte. Zuverlässigkeit in einer Koalition zeigen und tragbare Kompromisse finden, das sei allemal schwieriger, als populistische Forderungen in der Opposition zu stellen. |
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Ohne Koalitionsaussagen in die Wahlen gehen war denn auch eine Forderung aus den Reihen der Delegierten. Wobei Hofmann klar machte: Mit den außenpolitischen Positionen der Linken sei eine Koalition auf Bundesebene ausgeschlossen. Eng mit dem Thema verbunden sind natürlich auch die Fragen zu Hessen und der gescheiterten Regierungsbildung der SPD. Auch hier wird Hofmann deutlich: Forderungen, von Berlin aus einzuschreiten, erteilte er eine Absage. Dass solche Themen an der Basis diskutiert und entschieden würden, das mache einen Teil der Stärke der SPD aus. |
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Und deshalb war er über sein Wahlergebnis dann vielleicht doch nicht unglücklich: Denn nur wo nicht diskutiert werde, wo es keine Kontroversen gebe, da gebe es 100 Prozent. |
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Von unserem Mitarbeiter Robert Haass |
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Versammlungsleiter und Kreisvorsitzender des SPD Kitzingen, Heinz Galuschka (links), gratuliert Frank Hofmann zur Wahl als Bundestagskandidat im Unterbezirk Schweinfurt/Kitzingen. |
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© Frank Hofmann, MdB 2006 |
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